Böse Philosophen: Über Atheismus, Frühaufklärung & die Lust zu Leben

Ein wirklich tolles Buch, das ich gelesen habe, ist dieses von Philipp Blom, einem Philosophie-Publizisten und Historiker, der heute in Wien lebt.

Es ist weniger ein philosophisches Buch im engeren Sinne, sondern ein historisch-literarisches. Es beschreibt die Geschichte der beiden Aufklärer Denis Diderot und 

Paul Thiry d’Holbach. Ersterer ist heute dafür bekannt eine ausgesprochen umfassende Enzyklopädie zu erschaffen, die manche als den Vorläufer von Wikipedia betrachten.

Spannend finde ich sehr, wie Blom die Tischgesellschaf im Hause D'Holbach als nahezu konspiratives Treffen der Aufklärer beschreibt. Dabei wird immer wieder der Atheismus und auch der leicht hedonistisch angehauchte Philosophie- und Lebens-Wunsch-Stil der beiden angesprochen.

Auch Jean-Jaque Rousseau hat dieser Tischgesellschaft beigewohnt, bei der ausschweifend viel getrunken und gegessen worden sein soll. Dabei kam es allerdings zum Bruch, bei der Rousseau im Buch sehr schlecht wegkommt, als jemand der seinen ehemaligen Freunden in späteren Zeiten cholerisch, ja fast psychopathisch gegenüberstand.

In diese Zeit, als der durchaus gläubige Rousseau mit den beiden Atheisten brach, fällt dann auch seine größte Schaffensphase mit Büchern wie dem Gesellschaftsvertrag etc. Heute allerdings, das ist die Quintessenz des Buches, ist Rousseau tief im französischen Nationalbewusstsein verankert, während Diderot und d'Holbach immer noch von Spott überzogen seien. Und das nur, weil Sie Atheisten - laut Blom wohl die besseren Humanisten - waren.


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Kommentare: 2
  • #1

    Fitzi (Samstag, 03 August 2013 14:22)

    Ja, das ist wirklich ein sehr gutes Buch!

  • #2

    Rainer Ostndorf (Freitag, 07 Juli 2017 12:39)

    Auch ich habe das Buch von Phillipp Blom gelesen. Es hat mir gut gefallen und es nur weiterempfehlen. Schöne Grüsse aus Osnabrück